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Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement
Professur Aw&I

Gefährdungsbeurteilung der psychosozialen Faktoren bei der Stadtwerke Annaberg-Buchholz Energie AG

Finanzierung:

Stadtwerke Annaberg-Buchholz Energie AG

Projektlaufzeit:

Oktober, 2023 bis Juni, 2024

Stadtwerke Annaberg-Buchholz

Motivation und Zielstellung

Ergonomisch gut gestaltete Arbeitsplätze können sowohl die Entstehung von Gesundheitsproblemen oder Arbeitsunfällen reduzieren sowie auch die Motivation der Mitarbeitenden erhöhen. Zur Identifikation von möglichen Gefährdungen ist eine Gefährdungsbeurteilung durchzuführen. Neben Gefährdungen aus der Gestaltung der Arbeitsplätze oder den Einsatz verschiedener Arbeitsmittel stellt auch die psychische Belastung einen wesentlichen Gefährdungsfaktor während der Tätigkeitsausführung dar (§5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG). Hierbei sind psychische Belastungen wie Vollständigkeit der Arbeit, Handlungsspielraum, Möglichkeiten der sozialen Interaktion und Unterstützung zu erfassen und positiv für den Mitarbeitenden zu gestalten. So haben die Anzahl und Dauer von Arbeitsunfähigkeiten aufgrund psychischer Störungen in den letzten Jahren wesentlich zugenommen. Im Jahr 2021 war es zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit und für 41,7% der (vorzeitigen) Erwerbsminderungsrenten der gesetzlichen Rentenversicherung verantwortlich.
Im Projekt wird im Unternehmen Stadtwerke Annaberg-Buchholz Energie AG die psychische Beanspruchung der Mitarbeitenden an rund 160 Arbeitsplätzen im Rahmen einer Analyse der Gefährdungen zu psychosozialen Faktoren ermittelt, um daraus Handlungsfelder zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen abzuleiten und weiterführende Maßnahmen zu ergreifen.

Vorgehensweise

In einem ersten Schritt werden die Arbeitsplätze im Rahmen einer sicherheitstechnischen Begehung durch eine ausgebildete Fachkraft für Arbeitssicherheit hinsichtlich wesentlicher psychischer Belastungsfaktoren und weiterer relevanter Merkmale wie beeinflussende Arbeitsumgebungsbedingungen untersucht. Im Anschluss erfolgt eine Befragung der Mitarbeitenden mittels des standardisierten und wissenschaftlich anerkannten COPSOQ-Fragenbogen (Copenhagen Psychosocial Questionnaire). Dieser ist ein branchen- und berufsübergreifender Fragebogen zur Ermittlung psychischer Belastungen und Beanspruchungen bei der Arbeit und umfasst u.a. die Merkmalsbereiche Arbeitsinhalt, soziale Beziehungen, Arbeitsumgebung, Arbeitsmittel, Arbeitsorganisation und Arbeitszeit.

Ergebnisse

Nach der Aufbereitung und Auswertung der Befragungsergebnisse des COPSOQ werden in einem gemeinsamen Workshop die Belastungsschwerpunkte vorgestellt und relevante Handlungsfelder und erste Gestaltungsvorschläge / Verbesserungsmaßnahmen aufgezeigt und deren weitere Umsetzung besprochen.