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Professur Montage- und Handhabungstechnik
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Totlagensynthese

Totlagensynthese der Kurbelschwinge

Gesucht ist eine Kurbelschwinge, deren Totlagen jeweils um den Antriebsdrehwinkel φ0 und den Schwingwinkel ψ0 auseinander liegen. (φ0 und ψ0 werden gleichsinning von der inneren (Decklage von Kurbel und Koppel) zur äußeren Totlage gemessen)

geg.:
A0, B0, φ0, ψ0, Drehrichtung ist mathematisch negativ
Diagramm der Übertragungsfunktion Kurbelschwinge

Vorgehen

  1. Gleichsinniges Antragen der Winkel φ0/2 und ψ0/2 an A0B0. Der Schnittpunkt beider Mittelsenkrechten ist der Pol P.
  2. Die Mittelsenkrechte m auf A0P schneidet A0P in Ma und B0P in Mb.
  3. Einzeichnen des Kreises ka um den Mittelpunkt Ma durch den Punkt P und des Kreises kb um den Mittelpunkt Mb durch den Pol P. Die Kreise ka und kb sind die lagengeometrischen Örter für Aa und Ba, d.h. für die Gelenkpunkte A und B in der äußeren Totlage.
Totlagenkonstruktion einer Kurbelschwinge
  1. Zur Ermittlung praktisch brauchbarer Kurbelschwingen muss Ba auf kb innerhalb des Bogens LE gewählt werden.
  2. Der Punkt L ist der 2. Schnittpunkt (nicht A0) des Kreises um den Mittelpunkt P mit dem Radius PA0 und dem Kreis kb.
  3. Der Punkt E:

    für φ0<180°: ist der Schnittpunkt von kb und LB0 (siehe Skizze).

    für φ0=180°: liegt auf B0.

    für φ0>180°: ist der Schnittpunkt von kb und der Gestellgeraden durch A0 und B0.

  4. Wahl des Punktes Ba auf dem Kreisbogen LE.
  5. Der Punkt Aa ist der Schnittpunkt der Strecke A0Ba mit dem Kreis ka.
Totlagenkonstruktion einer Kurbelschwinge

Bei der Verwendung von μ (Übertragungswinkel) kann aus dem Diagramm für Kurbelschwingen (s. Kurventafel) für ein gegebenes Winkelpaar φ0 und ψ0 ein Winkel β=B0A0Ba und größtmöglichen Kleinstwert max μmin abgelesen werden.

Übertragungsfunktion Kurbelschwinge

Die äußere Totlage wird auch als "harte Totlage" bezeichnet, da bei konstantem Umlauf der Kurbel größere Beschleunigungen als in der inneren Totlage auftreten.

Die innere Totlage wird auch als „weiche Totlage“ bezeichnet, da bei konstantem Umlauf der Kurbel kleinere Beschleunigungen als in der äußeren Totlage auftreten.

Diagramm der Übertragungsfunktion Kurbelschwinge
Ablesebeispiel (zur Skizze):
ϕ0=164°; ψ0=60°
=> β=30°;
=> maxμmin=40°;
Kurventafel der Totlagenkonstruktion

Totlagensynthese der Schubkurbel

Gesucht ist eine Schubkurbel, deren Totlagen jeweils um den Antriebsdrehwinkel φ0 und die Totlagenstrecke s0 auseinander liegen. Beide Werte werden von der inneren Totlage (Decklage von Kurbel und Koppel) zur äußeren Totlage gemessen.

geg.:
φ0, s0, Kurbellänge l1, Koppellänge l3, Exzentrizität e
Schubkurbel und Übertragungsfunktion

Vorgehen

  1. An die Gestellgerade A0B0, zu der die Schubrichtung senkrecht steht, wird in A0 der Winkel φ0/2 angetragen
  2. Der Pol P ist der Schnittpunkt des Winkelschenkels φ0/2 und einer Parallelen der Gestellgerade A0B0 mit dem Abstand s0/2 zu A0B0.
  3. Die Mittelsenkrechte m auf A0P schneidet A0P in Ma und B0P in Mb.
  4. Einzeichnen des Kreises ka um den Mittelpunkt Ma durch den Pol P und des Kreises kb um den Mittelpunkt Mb durch den Pol P. Die Kreise ka und kb sind die lagengeometrischen Örter für Aa und Ba, d.h. für die Gelenkpunkte A und B in der äußeren Totlage.
  5. Zur Ermittlung praktisch brauchbarer Kurbelschwingen muss Ba auf kb innerhalb des Bogens LE gewählt werden.
  6. Der Punkt L ist der Schnittpunkt einer Geraden parallel zur Schubrichtung durch den Punkt A0.
  7. Wahl des Punktes Ba auf dem Kreisbogen LE.
  8. Der Punkt Aa ist der Schnittpunkt der Strecke A0Ba mit dem Kreis ka.
Totlagenkonstruktion einer Schubkurbel

Die Exzentrizität e bzw. der Winkel β kann so gewählt werden, dass sich diejenige Schubkurbel ergibt, die den größtmöglichsten Kleinstwert max μmin des Übertragungswinkels hat. Die erforderlichen Konstruktionsparameter für einen gegebenen Antriebsdrehwinkel φ0, wie die auf den Hub s0 bezogenen Abmessungen für Kurbel und Koppel und das Verhältnis e/s0 können aus einer Kurventafel entnommen werden.

Totlagensynthese Schubkurbel
Ablesebeispiel:
ϕ0=120°;
=> e/s0=0,16;
=> μmin12°;
Kurventafel Totlagensynthese Schubkurbel