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Erfolgreicher 3. Fokustag des Forschungszentrums MAIN zum Thema Nanomedizin

Rund 60 Expertinnen und Experten aus Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaften diskutierten Möglichkeiten und Bedarfe eines interdisziplinären Feldes zwischen Materialwissenschaft und Gesundheitsforschung und loteten Potenzial für den Standort Chemnitz aus

Der 3. Fokustag des Forschungszentrums für Materialien, Architekturen und Integration von Nanomembranen (MAIN) an der Technischen Universität Chemnitz widmete sich der medizinischen Anwendung von Nanotechnologie, kurz „Nanomedizin“. Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der TU Chemnitz, der Klinikum Chemnitz gGmbH, außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, lokaler Unternehmen sowie weitere Interessenten näherten sich dem interdisziplinären Feld am 13. Februar 2025 aus unterschiedlichen Perspektiven. Prof. Dr. Dietrich R. T. Zahn, stellvertretender Direktor des Forschungszentrums MAIN und Inhaber der Professur Halbleiterphysik an der Fakultät Naturwissenschaften, hatte in seiner Eigenschaft als wissenschaftlicher Leiter der Veranstaltung ein abwechslungsreiches Programm aus Plenar- und Kurzvorträgen, wissenschaftlichen Postern und interaktiven Beiträgen aus Wissenschaft und klinischer Praxis zusammengestellt.

„Headliner“ der Veranstaltung war Prof. Rares Ionut Stiufiuc, Ph. D., Lehrstuhlinhaber und Forschungskoordinator am Department für Nanobiophysik der medizinisch-pharmazeutischen Universität „Iuliu Hațieganu" in Cluj-Napoca (Rumänien). In seiner Plenarvorlesung gewährte er Einblicke in aktuelle Entwicklungen spektroskopischer Analyseverfahren für biologische und körpereigene Flüssigkeiten. Diese unter dem Fachbegriff „Liquid Biopsy“ als Methodenbaukasten firmierenden Verfahren stellen eine nicht-invasive und damit schonendere Alternative zu herkömmlichen Biopsieverfahren dar, die stets eine zum Teil operative Entnahme von Gewebe erfordern.

Den Vortragsblock der Klinikum Chemnitz gGmbH, dem drittgrößten Krankenhaus Deutschlands in kommunaler Trägerschaft und Maximalversorger der Region Südwestsachsen, eröffnete Dr. Paul Warncke, Apotheker und wissenschaftlich-technischer Mitarbeiter an der Klinik für Innere Medizin III mit den Schwerpunkten Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie sowie am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig. Sein Referat spannte den Bogen von physikochemischer und biologischer Charakterisierung von Nanomaterialien hin zur Diagnostik und Therapie von Krankheiten. Anschließend skizzierten die Chefärzte am Chemnitzer Klinikum Prof. Dr. Vinodh Kakkassery und Prof. Dr. Matthias Kirsch die klinischen Anforderungen an Forschungsfragen der Nanomedizin jeweils aus Sicht der Augenheilkunde und der Neurochirurgie. Das Projekt „Cluster  Gesundheit Chemnitz (CGC) – ein Forschungs- und Transformationscluster der Region Südwestsachsen“ stellte Aline Lohse, Programmmanagerin am Zentrum für Wissens- und Technologietransfer der TU Chemnitz, vor.

Abschließend ließ Prof. Dr. Dietrich R. T. Zahn das Publikum an seiner Forschungserfahrung aus über drei Jahrzehnte auf dem Gebiet der nanospektroskopischen Analyseverfahren wie fouriertransformierte Infrarotspektroskopie (FTIR) und oberflächen- bzw. spitzenverstärkte Ramanspektroskopie (SERS/TERS) teilhaben, die ein sehr hohes Potential nicht nur in der Analytik an Halbleiteroberflächen, sondern auch in der medizinischen Diagnostik an biologischer „weicher Materie“ besitzen.

Die teilnehmenden Expertinnen und Experten nutzen die Gelegenheit zwischen den jeweiligen Fachvorträgen zur Vernetzung untereinander und suchten den fachlichen Austausch, u. a.  an den wissenschaftlichen Postern und interaktiven Ständen im MAIN-Foyer. Dort gaben z. B. Amir Jafari Moghaddem, Yeji Lee und Dr. Vineeth Bandari von der Professur Materialsysteme der Nanoelektronik an der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik  (Leitung: Prof. Dr. Oliver G. Schmidt) zur „Mikrorobotik in Aktion“ Auskunft.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 3. Fokustages schätzten vor allem den Austausch auf interdisziplinärer Ebene. Prof. Rares Stiufiuc, Ph. D., Lehrstuhlinhaber und Forschungskoordinator am Department für Nanobiophysik der medizinisch-pharmazeutischen Universität „Iuliu Hațieganu" in Cluj-Napoca (Rumänien), erklärte: „Die Teilnahme am MAIN-Fokustag ‚Nanomedizin‘ war eine wertvolle Gelegenheit, Erkenntnisse über die spektroskopische Analyse biologischer und körpereigener Flüssigkeiten und ihr transformatives Potenzial in der Medizin auszutauschen. Die Präsentation meiner Arbeit vor einer derartigen Experten- und Forschergemeinschaft löste wertvolle Diskussionen über Fortschritte in der nicht-invasiven Diagnostik und die Zukunft der Nanotechnologie im Gesundheitswesen aus.“

Auch Dr. Paul Warncke, Apotheker und wissenschaftlich-technischer Mitarbeiter an der Klinik für Innere Medizin III mit den Schwerpunkten Hämatologie, Onkologie und Zelltherapie sowie am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig, zeigte sich erfreut über den Verlauf der Veranstaltung: „Der MAIN-Fokustag ‚Nanomedizin‘ ermöglichte einen selten gelebten, gelungenen interdisziplinären Austausch zwischen Klinik und Wissenschaft, in dessen Rahmen verschiedene interessante Sichtweisen, Bedürfnisse und Möglichkeiten zu Tage traten und diskutiert werden konnten. Es wurden potentielle Anknüpfungspunkte für gemeinsame Forschungsarbeiten erörtert, die im Kontext der Entwicklung des ‚Cluster Gesundheit Chemnitz‘ positiv dazu beitragen können, den Wissenschaftsstandort Chemnitz weiter zu entwickeln.“

„Der Austausch von Klinik und Forschenden ist essentiell, um die Kommunikation zu fördern und voneinander zu lernen. Am Standort Chemnitz haben wir mit MAIN ein Institut mit weltweitem Ruf - nichts liegt daher näher, als die Entwicklungen vor Ort auch in eine klinische Anwendung zu bekommen“, ergänzte der Chefarzt für Augenheilkunde an der Klinikum Chemnitz gGmbH, Prof. Dr. Vinodh Kakkassery.

„Veranstaltungen, die Grenzen überschreiten – interdisziplinär, international und offen für alle von Studierenden bis hin zur Managementebene – bringen frische Ideen und neue Perspektiven. Sie sind eine echte Bereicherung und sollten fester Bestandteil des Forschungsalltags sein“, resümierte Aline Lohse, Programmmanagerin am Zentrum für Wissens- und Technologietransfer der TU Chemnitz, den 3. MAIN-Fokustag.

Hintergrund: Cluster Gesundheit Chemnitz (CGC)

Das Cluster Gesundheit Chemnitz (CGC) ist eine gemeinsame Initiative der TU Chemnitz und der Klinikum Chemnitz gGmbH. Ziel ist der Aufbau eines gemeinsamen Zentrums für Transformation, das die Akademisierung der Klinikum Chemnitz gGmbH fördern und die Zusammenarbeit der beiden Institutionen in Forschung und Entwicklung stärken soll. Relevante Forschungsfelder sind Künstliche Intelligenz und Mixed-Reality Systeme, Robotik und Sensorik, Prävention und Früherkennung, E-Health sowie Wundheilung.

Anne Eichhorn
28.02.2025

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